Gesamtwirtschaftliche Effekte

Die Ermittlung der direkten ökonomischen Effekte bei der Aggregierten Bewertung bildete die Grundlage für eine grobe gesamtwirtschaftliche Abschätzung der Effekte der Fördermaßnahme r² auf Inlandsproduktion, Bruttowertschöpfung und Beschäftigung. Im Vordergrund standen die indirekten Beschäftigungseffekte, die sich aus den direkten und indirekten sektoralen Verschiebungen ergeben. Die Untersuchung derartiger Fragestellungen ist ein klassischer Anwendungsfall für strukturell disaggregierte Wirtschaftsmodelle wie die Input-Output (I/O)-Analyse.

In diesem Vorhaben wurde das am Fraunhofer ISI entwickelte ISIS-Modell (Integrated Sustainability Assessment System) herangezogen. Das ISIS-Modell besteht aus einem Input-Output Modell – basierend auf den neuesten I/O-Tabellen des Statistischen Bundesamtes (71 Wirtschaftszweige). Darin wird die deutsche Volkswirtschaft in produzierende und Endnachfragesektoren, darunter die Ausfuhr, unterteilt, wobei die Lieferungen von Waren und Dienstleistungen zwischen den produzierenden Sektoren (Zwischennachfrage) sowie von diesen an die Endnachfragesektoren abgebildet werden. Durch das I/O-Modell werden die Auswirkungen von Veränderungen in der Endnachfrage auf die gesamte Wirtschaft simuliert. An die Verflechtungsmatrix angekoppelt sind die Auswirkungen auf die Wertschöpfung, die Importe und die Summe der Produktionswirkungen. Mittels der Arbeitsplatzkoeffizienten im Beschäftigungsmodul werden die quantitativen Arbeitsplatzeffekte berechnet.

Als Dateninput wurden die ökonomischen Impulse verwendet, die sich aus der Bewertung der direkten ökonomischen Effekte bei deutschlandweiter Verbreitung der in der Fördermaßnahme r² entwickelten Technologien ergeben. In ISIS wurden die Impulse hinsichtlich ihrer direkten und indirekten Nachfrageverschiebungen einschließlich der direkten Investitionseffekte und gegebenenfalls auftretender Kompensationseffekte von Kostenänderungen abgebildet. Durch die Anwendung dieses volkswirtschaftlichen Modells war es möglich, sowohl die Wirkungen auf die Gesamtbeschäftigung in Deutschland als auch die sektoralen Anpassungsnotwendigkeiten zu erarbeiten.

Als Exkurs zur gesamtwirtschaftlichen Analyse wurde schließlich die Frage des nicht-energetischen Rebound-Effekts betrachtet. Von Rebound-Effekt spricht man, wenn insbesondere bei Ressourceneffizienzsteigerungen die erwarteten Einsparpotenziale aufgrund von Verhaltensänderungen bei der Nutzung beziehungsweise Nachfrage effizienter Produkte und Dienstleistungen geringer ausfallen als erwartet. Bisher wurde der Rebound-Effekt fast ausschließlich im Bereich Energie untersucht. Das Fraunhofer ISI legte nun auch empirische Ergebnisse zum Rebound-Effekt beim Materialverbrauch vor. Sie weisen darauf hin, dass der Rebound-Effekt von r2 eher klein ausfällt.


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Dr. Dr. Christian Sartorius
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