Dienstleistungsmodelle für mehr Rohstoffeffizienz und Produktivität

Dienstleistungen sind heute die vorrangige Erwerbsquelle in den Industriestaaten – nicht zuletzt aufgrund des erheblichen Wachstums- und Innovationspotenzials, das diesem Sektor innewohnt. Dienstleistungen und Dienstleistungsmodelle schaffen die Voraussetzungen für eine Verbesserung der Rentabilitätssituation der beteiligten Unternehmen, indem nicht mehr nur das Produkt als solches, sondern ergänzend – hauptsächlich oder sogar gänzlich – bestimmte Leistungen oder Funktionen vom Anbieter übernommen werden.

Im Mittelpunkt der Dienstleistungsmodelle steht weder das reine Sachgut als Träger des Kundennutzens noch das Prozessergebnis als solches, das heißt der Output des Produktionsprozesses, sondern eine Kombination aus Sachgut und Dienstleistung, die daraufhin konzipiert ist, ein kundenspezifisches Problem zu lösen. Die Erbringung dieser Problemlösung kann jedoch auf verschiedenste Weise ausgestaltet sein. In manchen Konzepten ist der Eigentumsverbleib des Sachgutes beim Anbieter zentrales Element, in anderen hingegen übernimmt der Kunde wie bisher die Eigentumsrechte an einem Produkt, garantiert sich aber einen bestimmten Verfügbarkeitsgrad der Anlage. So können die beteiligten Unternehmen ihre Aufmerksamkeit stärker auf solche Ressourcen beziehungsweise Kernkompetenzen ausrichten, die für ihre Wettbewerbsfähigkeit relevant sind. Diese Konzentration soll den Aufbau dauerhafter Wettbewerbsvorteile ermöglichen und führt zu höheren und im Zeitverlauf stabileren Erträgen.

Die repräsentative Erhebung Modernisierung der Produktion 2009 des Fraunhofer ISI hat gezeigt, dass es speziell beim Angebot von Dienstleistungen noch große Potenziale für die rohstoffnahen Branchen gibt (siehe Grafik). Ansatzpunkt war es daher, zu untersuchen, an welchen Stellen Dienstleistungsmodelle sinnvoll in den Wertschöpfungsprozess integriert werden und welchen Beitrag sie dabei zur Rohstoffeinsparung leisten können. Dazu wurde im Rahmen der Begleitforschung ein Workshop durchgeführt und eine Studie erstellt, die Treiber und Hemmnisse für den Einsatz von Dienstleistungsmodellen sowohl aus Sicht der Dienstleistungsanbieter wie auch der Kunden analysiert und kritische Erfolgsfaktoren für die Umsetzung identifiziert


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Dr. Katrin Ostertag
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
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