Shredder-Sand

Rückgewinnung feinkörniger NE-Metallphasen aus Shredder-Sanden

Im Verbundprojekt "Shredder-Sand" wurde ein Verfahren für die Rückgewinnung feinkörniger Metalle und Mineralik aus sogenannten Shredder-Sanden entwickelt. Shredder-Sande sind heterogene Rückstände, die während des VW-SiCon-Verfahrens bei der Aufbereitung von Shredder-Leichtfraktionen entstehen. Je nachdem, in welchen Anteilen Altfahrzeuge, weiße Ware und Mischschrotte für den Shredder-Input zusammengestellt werden, fallen diese Sande mit unterschiedlichen Zusammensetzungen an.

Beim Shreddern, dem heute gängigen Verfahren zur Aufbereitung von Fahrzeug-Schrotten, werden die anfallenden Vorlaufströme mit metallhaltigen Fraktionen aus Elektrogroßgeräten und Mischschrott zusammen aufbereitet, um die wirtschaftliche Auslastung der modernen Shredder-Aggregate zu gewährleisten. Bei der anschließenden Aufbereitung der Shredder-Rückstände durch das VW-SiCon-Verfahren fallen Shredder-Sande mit Restgehalten an Eisen, Nichteisenmetallen wie Kupfer und Zink sowie mineralischen Bestandteilen an. Sie enthalten kleine und kleinste Metallpartikel, die bislang weitgehend beseitigt und so aus der Wertschöpfungskette ausgeschleust wurden.

Ziel der Verbundpartner war es, diese Reststoffe durch neuartige Separationsverfahren zurückzugewinnen statt sie wie bisher zu entsorgen. Bestehende Technologien wurden durch neuartige Separationsverfahren und deren Kombinationen erweitert, um die Rückgewinnungsmöglichkeiten der darin enthaltenen feinkörnigen Metallinhalte zu maximieren.

Durch das entwickelte mehrstufige Verfahren, in dem nass-mechanische und nass-chemische Verfahrensschritte gekoppelt werden, können durchschnittlich 65 Prozent der Shredder-Sande mit Korngrößen unter einem Millimeter rezykliert werden. Allein in Deutschland entständen so durchschnittlich 40.000 Tonnen Material pro Jahr, das dem Stoffkreislauf wieder zugeführt werden kann.

Bei dem neuen Verfahren entstehen vier verwertbare Fraktionen: Eisen- und Kupferkonzentrat, ein Mineralstoff sowie eine Nichteisen-Mischfraktion. Diese Stoffe sind anschließend als Sekundärrohstoffe in metallurgischen Prozessen sowie in der Baustoffproduktion einsetzbar. Das Recycling bisher entsorgter Reststoffe führt zu einer ökonomischen und ökologischen Optimierung der Verwertungskette und kann so zur Ressourcenschonung und -sicherung beitragen.


Dokument

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Daniel Goldmann
Technische Universität Clausthal
Institut für Aufbereitung, Deponietechnik und Geomechanik
Telefon: +49 (0) 5323 72-2735

Bundesministerium für Bildung und Forschung
Fona - Forschung für Nachhaltigkeit
Forschungszentrum Jülich
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung