Aufbaukörnung

Steigerung der Ressourceneffizienz im Bauwesen durch die Entwicklung innovativer Technologien für die Herstellung hochwertiger Aufbaukörnungen aus sekundären Rohstoffen auf der Basis von heterogenen Bau- und Abbruchabfällen

Im Verbund "Aufbaukörnung" wurde eine Technologie zur Herstellung eines leichten Recyclinggranulats entwickelt. Das Besondere daran: Während für traditionelle leichte Gesteinskörnungen natürliche Rohstoffe wie Ton gebraucht werden, reicht für die Herstellung von Aufbaukörnungen Mauerwerkbruch als Ausgangsmaterial. Zudem wurden die Qualität dieses sogenannten Blähgranulats und die Anwendung bei der Herstellung von Leichtmörtel und -betonen untersucht.

Das Abbruchmaterial wird vorzerkleinert, gemahlen sowie homogenisiert und erhält seine Form in einem Pelletiermischer; zum Abschluss wird das Blähgranulat durch eine thermische Behandlung im Drehrohrofen stabilisiert. Die experimentellen Untersuchungen ergaben, dass die Leichtgranulate den leichten Gesteinskörnungen aus natürlichen Rohstoffen mindestens ebenbürtig sind, zum Teil weist der aus Blähgranulat hergestellte Leichtbeton sogar bessere Eigenschaften auf als der aus herkömmlichem Blähton. Das hochwertige Recyclingprodukt ist beispielsweise in Leichtbetonblöcken oder als Konstruktionsleichtbeton verwendbar.

Ein großer Vorteil der Blähgranulate aus Mauerwerkbruch ist, dass deren Herstellung nahezu ohne Primärrohstoffe auskommt. Lediglich das Blähmittel Siliciumcarbid und ein eventuell erforderliches Trennmittel müssen zugeben werden. Im Verbundprojekt wurde zudem aufgeführt, dass das Mauerwerkbruch-Aufkommen ausreicht, um den Rohstoffbedarf der Leichtbetonherstellung zu decken: Jährlich stehen zwischen fünf und zehn Millionen Tonnen Mauerwerkbruch zur Verfügung, die gegenwärtigen Produktionszahlen für Leichtbetone betragen 6,5 Millionen Kubikmeter. Demnach könnte bei der Herstellung von Leichtbeton völlig auf den Einsatz von natürlichen Rohstoffen verzichtet werden.

Das Projektziel, die Ressourceneffizienz im Bauwesen zu steigern, kann also erreicht werden, da der Anteil der Recyclingbaustoffe an der Betonproduktion durch Aufbaukörnungen erhöht werden kann. Zudem sind Aufbaukörnungen infolge des effektiveren Materialeinsatzes preisgünstiger als herkömmliche, auf Tonbasis hergestellte Leichtbetone. Weiterhin ergeben sich neue Absatzmärkte für die Recyclingbranche sowie Exportchancen für den Anlagenbau.


Dokument

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. habil. Anette Müller
Institut für Angewandte Bauforschung Weimar
gemeinnützige GmbH
Telefon: +49 (0) 3643 8684-162

Bundesministerium für Bildung und Forschung
Fona - Forschung für Nachhaltigkeit
Forschungszentrum Jülich
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung